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Die zweite Bundeswaldinventur - BWI2

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Autor (-en):
Michael Seiler, DEMO Project, CarboEurope-IP
TLWJF Gotha
Kontakt:
Einstellung am:
30.03.2005
Dokumenttyp:
Projektbeitrag
Zusammenfassung:
Die Bundeswaldinventur ist die gemäß § 41a Bundeswaldgesetz geforderte nationale Waldinventur in Deutschland. Eine erste Bundeswaldinventur ist von 1986 bis 1990 im damaligen Bundesgebiet durchgeführt worden. In den Jahren 2001 und 2002 fand die Datenerhebung für die zweite Bundeswaldinventur statt. Die zweite Bundeswaldinventur ist somit im früheren Bundesgebiet eine Wiederholungsaufnahme und in den neuen Bundesländern eine Erstinventur. Die wesentlichen Ergebnisse bezüglich Vorrat, Zuwachs und Nutzung werden im Folgenden dargestellt.

Vorräte

Die zweite Bundeswaldinventur hat für Deutschland zum Stichtag 1. Oktober 2002 einen Vorrat von rund 3,4 Mrd. m3 ermittelt (320 m3⁄ha). Im Vergleich mit allen europäischen Ländern hat Deutschland die höchsten Holzvorräte in der Summe und mit Österreich und der Schweiz die höchsten pro Hektar.

Gut ein Drittel des Vorrates des deutschen Waldes (36,1 %) besteht aus Laubbäume. Dabei nimmt die Buche mit 17,3 % den höchsten Anteil ein. Der Vorratsanteil aller Laubbäume ist aber niedriger als der der Fichte, welcher bei 36,4 % des Gesamtvorrats liegt. Der zweithöchste Vorrat findet sich in Kiefern mit 20,8 %, die damit rund ein Drittel des Nadelholzvorrats in Deutschland beherbergen.

Von allen Bundesländern stehen die höchsten Vorräte⁄ha in Bayern (403 m3⁄ha), gefolgt von Baden-Württemberg (365 m3⁄ha), die niedrigsten stehen in Brandenburg (239 m3⁄ha) und Sachsen-Anhalt (237 m3⁄ha).

Betrachtet man die Vorräte im Wald hinsichtlich des Eigentums, so sind sie mit 338 m3⁄ha im Privatwald am höchsten. Die niedrigsten Hektarvorräte sind im Staatswald (Bund) (227 m3⁄ha) zu finden.

Ingesamt hat die Höhe der Vorräte in Deutschland ein bisher unbekanntes Ausmaß erreicht.
Dies bietet zum einen Chancen wie beispielsweise den Entzug und die mittelfristige Speicherung großer Mengen CO2 aus der Atmosphäre, allerdings auch Risiken, die sich aus dem Stabilitätsproblem überbestocker Wälder ergeben.
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Zuwachs

Mit der BWI2 wurde zum ersten Mal der Zuwachs für den deutschen Wald (nur alte Bundesländer) festgestellt. Im Durchschnitt aller Baumarten beträgt er 12,1 Vorratsfestmeter je Hektar und Jahr. Somit sind in den alten Bundesländern in der Beobachtungsperiode jedes Jahr ca. 95 Mio m3 Holz zugewachsen. Dadurch konnten allein durch den Zuwachs der Wälder der westdeutschen Länder ca. 87 Mio m3 CO2 pro Jahr der Atmosphäre entzogen werden.

Die Baumart hat einen großen Einfluss auf den Zuwachs. Die Nadelbäume, vor allem Douglasie, Fichte und Tanne haben mit mehr als 16 m3 je Hektar und Jahr einen großen Volumenzuwachs im Vergleich mit z.B. Eiche.
Allerdings darf der Zuwachs nicht mit der biologischen Leistungsfähigkeit (z.B. Holzdichte) verwechselt werden. Diese ist bei der Eiche größer ist als bei der Fichte.

Neben der Baumart und dem Standort spielt auch das Alter eine große Rolle. Nadelbäume leisten im Alter zwischen 40 und 60 Jahren mit 19 m3 ⁄ Hektar und Jahr den höchsten Volumenzuwachs, bei den Laubbaumarten ist der Zuwachs zwischen 40 und 100 Jahren mit gut 12 m3 ⁄ Hektar und Jahr auf einem hohen Niveau.
Bundesländer mit einem hohen Anteil mittelalter Nadelbäume weisen daher einen hohen Zuwachs auf. Da diese Bäume aber noch keine oder nur wenig erntereife Durchmesser aufweisen dient die Holzernte in diesen Beständen v. a. der Verbesserung von Stabilität und Qualität der Bestände und schöpft nur einen Teil des Zuwachses ab.

Nutzung

Erstaunlicherweise sind die Ergebnisse der BWI2 zur Nutzung insgesamt deutlich höher als die Holzmengen, die in der Holzeinschlagsstatistik nachgewiesen werden. Die BWI2 weist für die alten Länder im Zeitraum 1987 bis 2002 eine Nutzung von rund 50 Mio. Erntefestmeter⁄Jahr aus. Die Holzeinschlagsstatistik hatte nur 70 % dieser Menge geschätzt.

Die wesentlichen Ursachen sind, dass der Einschlag des Privatwaldes teilweise nur geschätzt wird und nicht alle Brennholz-Nutzungen in die Holzeinschlagsstatistik eingehen.
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Thüringen

Der Thüringer Landeswald (37 % der Waldfläche) weist einen Gesamtvorrat von ca. 61 Mio Vfm auf. Der Zuwachs liegt bei ca. 2 Mio Vfm pro Jahr und jedes Jahr werden 1,25 Mio Vfm genutzt. Das heißt, nur 2⁄3 des Zuwachses werden genutzt und somit erhöhen sich auch im Thüringer Landeswald die Vorrät (siehe Abb. 1).
Die Verhältnisse sind auch auf die anderen Eigentumsformen übertragbar, wobei hier von einem noch stärkeren Vorratsaufbau auszugehen ist.

Grafik zur Erderwärmung

Abb. 1: Nachhaltige Waldbewirtschaftung des Thüringer Landeswalds



Quellen:

Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (2004): Die zweite Bundeswaldinventur - BWI2

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